Private bzw. Community Sponsorship

Kurzzusammenfassung
Private Sponsorship Programme (auch Community Sponsorship) ermöglichen es Privatpersonen, Organisationen, Gemeinden oder Unternehmen, die Aufnahme von Geflüchteten durch finanzielle und ideelle Unterstützung aktiv mitzugestalten. Solche Programme bestehen in Ländern wie Kanada bereits seit vielen Jahren und sind je nach nationalem Kontext unterschiedlich ausgestaltet. Sie eröffnen Schutzbedürftigen zusätzliche sichere Zugangswege in aufnahmebereite Staaten. Durch den direkten Kontakt mit der Aufnahmegesellschaft von Beginn an wird zudem die Integration erleichtert und gefördert.
Aktueller Stand
- Die bislang letzte Einreise über das Programm fand Ende April 2025 statt; ein geplanter Flug aus Kenia am 8. Mai 2025 wurde kurzfristig abgesagt. Aktuell (Stand August 2025) hoffen zwei Geflüchtete im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia noch auf eine Genehmigung zur Einreise. Auch weitere Mentoring-Gruppen warten auf eine Rückmeldung, ob im Rahmen des Programms weiterhin Einreisen möglich sein werden.
- Eine Petition zur Aufnahme der Personen hat mittlerweile 82.000 Unterzeichner_innen:
Resettlement sichern – Flüchtlinge retten | WeAct.
Allgemeine Erläuterung
Private Sponsorship Programme (oder Community Sponsorship) sind eine weitere Form der Aufnahmeprogramme. Über diese Programme können Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen, Gemeinden, Privatpersonen oder andere Gruppen die Aufnahme von Schutzsuchenden finanziell und/oder ideell als Mentor_innen unterstützen. Community Sponsorship Programme existieren in verschiedenen Ländern wie z.B. Kanada schon seit vielen Jahren. Die Ausgestaltung der Programme ist abhängig vom nationalen Kontext und der Rechtslage.
Durch Private Sponsorship Programme kann Schutzbedürftigen ein zusätzlicher sicherer Zugangsweg in einen aufnahmebereiten Drittstaat eröffnet werden. Die Schutzsuchenden kommen sofort in Kontakt mit der Aufnahmegesellschaft, dadurch kann der Integrationsprozess positiv beeinflusst werden. Durch Private Sponsorship Programme können Geflüchtete zusätzlich zu staatlichen Resettlement-Programmen aufgenommen werden.<sup>1</sup>
Neustart im Team – das deutsche Community Sponsorship-Programm
Seit 2019 besteht in Deutschland die Möglichkeit zur privat finanzierten Aufnahme von besonders schutzbedürftigen Geflüchteten. Das Pilotprojekt „Neustart im Team“ (NesT) wurde vom Bund gemeinsam mit dem UNHCR und verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren erarbeitet. Ab dem Jahr 2023 wurde es als reguläres Aufnahmeprogramm des Bundes verstetigt. Das NesT-Programm ist das erste und bislang einzige Community Sponsorship Programm im Bereich der Flüchtlingsaufnahme in Deutschland. Aufgenommen werden können darüber besonders schutzbedürftige Geflüchtete unterschiedlicher Staatsangehörigkeit oder staatenlose Geflüchtete insbesondere aus Ägypten, Jordanien, Kenia, Libanon, Libyen und Pakistan.<sup>2</sup>
Weitere Informationen zu NesT finden Sie hier:

Verantwortlich für das Programm sind das BMI, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (IntB) und das BAMF. Ziel des Pilotprojekts „Neustart im Team (NesT) – staatlich-gesellschaftliches Aufnahmeprogramm für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge“ ist es, privates Engagement finanziell und ideell mit dem Aufnahmeprogramm des Bundes zu verbinden, um legale und sichere Zugangsweg nach Deutschland auszubauen.
Zur Umsetzung des Programms wurde eine „Zivilgesellschaftliche Kontaktstelle“ (ZKS) eingerichtet, die den Mentor_innen als Anlaufstelle dient. Die ZKS wird getragen vom Deutschen Caritasverband, dem Deutschen Roten Kreuz und der Evangelischen Kirche von Westfalen. Ihre Aufgabe ist es, Mentor_innen durch das Antragsverfahren zu begleiten, Informationen zur Verfügung zu stellen, Schulungsangebote zu organisieren sowie bei der Suche nach örtlichen Unterstützungsmöglichkeiten zu helfen.
Voraussetzungen und Rechtsgrundlagen
Die über das NesT-Programm aufgenommenen Geflüchtete erhalten eine Aufenthaltserlaubnis nach § 23 Abs. 4 AufenthG. Sie sind damit den über Resettlement eingereisten Personen gleichgestellt und werden auf Grundlage der gleichen Kriterien von UNHCR in den Drittstaaten ausgewählt.<sup>3</sup> Das BAMF nimmt im Rahmen von NesT ein „Matching“ vor, das heißt, die Schutzsuchenden werden ausgewählten Mentoring-Gruppen zugeordnet. Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass sich eine Mentoring-Gruppe von mindestens vier Personen zusammenfindet, welche die Geflüchteten finanziell, organisatorisch und ideell unterstützt. 4 Die Gruppe verpflichtet sich, eine Wohnung zu suchen und die Finanzierung dieser Wohnung (Nettokaltmiete) für ein Jahr sicherzustellen. Außerdem unterstützt sie die Geflüchteten ein Jahr lang beim Einleben und auf ihrem Weg zur gesellschaftlichen Teilhabe.